Entwurf aus dem Cobe-Plan für den neuen Bereich am Hafen

400 Teilnehmende beim digitalen Bürger*innen-Dialog

Unter dem Motto „beständig – digital – kreativ“ wird das neue Hafenquartier Speicherstraße am Dortmunder Hafen entwickelt. Im Rahmen eines Bürger*innen-Dialogs, der wegen der Corona-Pandemie digital stattfinden musste, informierten die Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund und das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund gemeinsam mit der Entwicklungsgesellschaft d-Port21 am 28. Oktober 2020 über den aktuellen Planungsstand. Dabei standen der Vorentwurf des Bebauungsplans für die nördliche Speicherstraße und die am 2. November beginnende frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit im Fokus. Zwischenzeitig bis zu 400 Interessierte schalteten sich in verschiedenen sozialen Netzwerken zu und hatten die Gelegenheit, ihre Fragen loszuwerden.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und künftige Oberbürgermeister Thomas Westphal fasste zunächst den Entwicklungsstand der südlichen Speicherstraße zusammen. Anders als ihr nördliches Pendant befinde sich diese bereits in der Umsetzungsphase, welche im Wesentlichen durch den Umbau von Bestandsgebäuden geprägt sei. Westphal ging auch auf die Containerbar „Umschlagsplatz“ und die „Bergmann Brauerei“ ein: Diese werden sich im Rahmen einer Zwischennutzung in unmittelbarer Nähe zum Eventschiff „Herr Walter“ ansiedeln. „Wenn alles glatt läuft, haben wir schon im nächsten Frühjahr an dieser Stelle eine kleine Gastro-Meile.“

Dann stand aber der Planungs- und Entwicklungsprozess der nördlichen Speicherstraße im Mittelpunkt: Beim Wettbewerb zur deren städtebaulicher Rahmenplanung, in die Anregungen aus einer Bürger*innen-Werkstatt eingeflossen waren, hatte sich Anfang des Jahres das dänische Planungsbüro Cobe aus Kopenhagen durchgesetzt. Deren einstimmig gekürter Siegerentwurf war im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Feedback ausdrücklich erwünscht
Der Rat der Stadt Dortmund hatte daraufhin im Juni die Aufstellung des Bebauungsplans „InN 246 - Hafenquartier Speicherstraße“, der für die Umsetzung des städtebaulichen Konzepts notwendig ist, beschlossen. Die Vorstellung des dazugehörigen Vorentwurfs bei diesem digitalen Bürger*innendialog markierte nun zugleich den formellen Auftakt des offiziellen Bebauungsplanverfahrens, wie Planungsdezernent Ludger Wilde erläuterte.
„Stellen Sie Fragen und bringen Sie Ihre Anregungen mit ein“, ermunterte er die Zuschauer*innen zur Beteiligung und verwies dabei auf die Website der Stadt Dortmund (dortmund.de) und die zentrale E-Mail-Adresse speicherstraße@dortmund.de. Die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung sei vom 2. bis zum 13. November terminiert. Im nächsten Jahr würde dann der vorläufige Bebauungsplan für sechs Wochen öffentlich ausgelegt.

Attraktive Freiflächen und begrünte Dachterrassen
Bevor er im Anschluss skizzierte, wie der Cobe-Entwurf in Planungsrecht umgesetzt werden könne, strich Stadtplaner Martin Bauer noch einmal die Kernideen der dänischen Planer*innen heraus: eine Promenade entlang des Schmiedinghafens, ein transparentes Dach über einem offenen Areal mit Container-Lösungen, attraktive Freiflächen und Aufenthaltsbereiche, Landmarken wie das Raiffeisen-Silo und eine Drehbrücke über dem Hafenbecken. Weitere Highlights könnten begrünte Dachflächen sowie Dachterrassen mit Spiel- und Freizeitbereichen sein.

Im Vorentwurf des Bebauungsplans war dann die erste Aufteilung zwischen öffentlichen und privaten Flächen zu sehen. Außerdem gab dieser Aufschluss darüber, welche grundsätzlichen Nutzungen oder Geschoss-Höhen an der nördlichen Speicherstraße erlaubt sein sollen. In diesem Zusammenhang erwähnte Martin Bauer auch die vorgenommenen Anpassungen am Cobe-Entwurf: So seien im gesamten Areal nun insgesamt drei statt zwei höhergeschossige Gebäude möglich, die Gebäude entlang der Promenade könnten vier- statt dreigeschossig gebaut werden. „Wir sind sehr, sehr nah am eigentlichen Entwurf geblieben“, sagte Thomas Westphal dazu. „Den Grundgedanken einer offenen und lebendigen Bebauung behalten wir in jedem Fall bei.“

Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen
Bei der sich anschließenden Fragerunde wurden unterschiedlichste Themen wie Verkehrs- und Energiekonzepte, das Nutzungsspektrum sowie die ÖPNV-Anbindung angesprochen. Als es um die Wirtschaftlichkeit des ganzen Projektes ging, betonte Uwe Büscher, Hafenchef und einer der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft d-Port21: „Flächenerschließung und -entwicklung kosten Geld. Wir gehen dabei gerne in Vorleistung, müssen aber unsere Investitionen durch die Vermarktung zurückverdienen, damit unsere Unternehmen – DSW21 und Dortmund Hafen – für die Bürger*innen der Stadt leistungsfähig bleiben und ihren Aufgaben im Rahmen der Daseinsvorsorge weiterhin uneingeschränkt nachkommen können.“
Den Livestream zum digitalen Bürger*innendialog gibt es auf youtube.

Zum Hintergrund: Vorrangig mit ganz neuen Gebäuden wollen die Stadt Dortmund und d-Port21 die nördliche Speicherstraße städtebaulich entwickeln und dabei auch wirtschaftlich tragfähig vermarkten. Im Zuge des nun startenden Bebauungsplanverfahrens sollen die größten Teils brachliegenden Flächen wieder nutzbar gemacht werden – vor allem für die Bereiche Büro, Bildung, Gastronomie und Gewerbe. Gleichzeitig sind frei nutzbare Freiflächen für die Öffentlichkeit vorgesehen, mit denen der gesamte Bereich stimmig in seine direkte Umgebung eingebettet wird.

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