Angeregter Austausch beim 3. Bürgerdialog zum Hafenquartier Speicherstraße

Am 9. Dezember 2019 fand der dritte Bürgerdialog zur Entwicklung des Hafenquartiers Speicherstraße statt. Etwa 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Mitglieder der Hafeninitiative, waren der Einladung von Wirtschaftsförderung und d-Port21 in die „Casa Portuguesa“ des Kleingartenvereins Westerholz gefolgt.

Im Fokus standen vor allem die Planungen für die neue Akademie für Theater und Digitalität sowie die Gestaltung des öffentlichen Raumes insbesondere im Bereich der südlichen Speicherstraße. Moderiert von Thomas Westphal, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, entwickelte sich eine angeregte Diskussion, in deren Verlauf viele Gemeinsamkeiten und mitunter ein paar unterschiedliche Standpunkte deutlich wurden.

Dienstleistungsstätte für die Avantgarde

Spannende und gleichwohl innovative Pläne für die neue Akademie für Theater und Digitalität, die an der südlichen Speicherstraße zwischen dem Heimathafen-Projekt und der Firma Mausbrand Informationssysteme entstehen soll, präsentierte dessen Betriebsleiter Kai Festersen. Besondere Highlights dabei: flexibel nutzbare Labore und Studio-Räume, große bodentiefe Fenster, ein stark begrüntes Dach sowie ein weiträumiger und einladender Vorplatz. Spätestens im September 2022 soll dieses Forschungslabor für Digitalität in den darstellenden Künsten eröffnet werden.

Dazu kamen Anregungen, die vorgesehenen Fahrradständer am Gebäude gegebenenfalls zu überdachen und den großzügigen Vorplatz möglicherweise mit Sitzmöbeln auszustatten. Auch das Mobilitätskonzept für die neue Akademie wurde inhaltlich gestreift: Festersen machte deutlich, dass das Gros der Nutzer per Fahrrad oder ÖPNV anreisen werde.

Viele Ideen für die öffentlichen Räume

Auf das gleiche Thema, insbesondere im Hinblick auf ältere oder eingeschränkte Bürgerinnen und Bürger, ging anschließend auch Sina Hammwöhner von der Stadterneuerung ein. Die südliche Speicherstraße werde als verkehrsberuhigter Bereich (Fußgängerzone) deklariert, barrierefreie Streifen und ein ausgeklügeltes taktiles System garantierten jedem vor Ort ein hohes Maß an Mobilität.

Bei ihrer Präsentation zur Gestaltung des öffentlichen Raumes wurde erneut deutlich, dass viele Wünsche und Anregungen aus der Bürgerschaft in der Planungsentwürfen bereits enthalten sind – etwa bei der Spielplatz-Gestaltung mit hafentypischen Containern oder auch bei der Integration von Sitzmöglichkeiten in Form einer Sitzmauer unweit des Wassers.

Großer Konsens herrschte beim Thema Müllvermeidung und -beseitigung. Alle Beteiligten sprachen diesem Themenfeld eine hohe Priorität zu. Die Dortmunder Hafen AG kündigte in diesem Zusammenhang den Einsatz eines Spezialboots an, das neue Möglichkeiten zur Wasserreinigung eröffne. Hammwöhner griff ferner die Idee einer Bürgerin auf, die Mülleimer an der südlichen Speicherstraße mit so genannten Pfand-Ringen auszustatten.

Auch die Grüngestaltung mit Wildblumen-Flächen und einer Birkenbaum-Bepflanzung erntete weitgehende Zustimmung. Einem Hafenbahngarten entlang der Schienen musste Hammwöhner hingegen unter anderem aus Sicherheitsgründen eine Absage erteilen. Chancen räumte sie jedoch dem Vorschlag der Hafeninitiative ein, stattdessen Baumpatenschaften zu ermöglichen.
 
„Nette Toilette“ als Vorbild

Beim Tagesordnungspunkt Versorgung sprach sich Thomas Westphal aus Kostengründen und hygienischen Erwägungen klar gegen öffentliche Toiletten aus. Vielmehr solle das in Hörde erfolgreich umgesetzte Konzept „Nette Toilette“ übernommen werden. Dabei werden die Toiletten der umliegenden Betriebe und Firmen für die Allgemeinheit zugänglich.

Klare Aussagen gab es von Westphal wie auch von Hafen-Chef und d-Port21-Geschäftsführer Uwe Büscher zur Wassernutzung: Die gesamte Wasserfläche bleibe dem allgemeinen Schiffsverkehr und der industriellen Nutzung vorbehalten – insbesondere um die bestehenden etwa 5000 Arbeitsplätze im Hafen nicht zu gefährden.

Nächste Termine:
Der Wettbewerb zur städtebaulichen Rahmenplanung im Bereich der nördlichen Speicherstraße läuft bis Anfang 2020. Am 9. Januar wird dann die Experten-Jury einen Entwurf zum Sieger küren. Alle eingereichten Arbeiten sind ab dem 7. Februar 2020 zwei Wochen lang im Studieninstitut Ruhr, Königswall 25-27, ausgestellt.

Zudem findet dazu am 6. Februar 2020 um 18 Uhr, ebenfalls im Studieninstitut Ruhr, die öffentliche Informationsveranstaltung im Rahmen der Ausstellungseröffnung statt.